Der nächste Schritt

Wenn man sich irgendwann mit seiner e-Zigarette angefreundet hat und sich sehr gut vorstellen kann in Zukunft ohne normale Zigaretten zu leben, aber das Gefühl nicht los wird, dass da doch noch mehr drin sein muss als nur so ein laue Lüftchen, dann ist der logische nächste Schritt der Umstieg auf Selbstwickelverdampfer und eventuell auch ein mechanisches Mod.

Was es damit auf sich hat, kann man auf der folgenden Seite erfahren:

Going Pro

Für Anfänger ist das vielleicht etwas viel auf einmal, aber früher oder später wird jeder ernsthaft Interessierte mit dem Gedanken spielen – warum sich also nicht schon mal darüber informieren?

Was kaufe ich mir als Anfänger?

Da mich in den letzten Wochen viele Leute gefragt haben, was brauchbare Geräte sind um Vaping mal auszuprobieren, oder sogar zu versuchen mit dem Rauchen aufzuhören, habe ich eine neue Seite angelegt und dort mal meine (momentanen) Empfehlungen aufgelistet.

Die eine ist mehr für Ausprobierer gedacht, die andere für diejenigen, die es ernst meinen. Beide sollten bestens funktionieren, die Entscheidung liegt einfach bei den Anforderungen, die man an sich selber und seine eZigarette stellt.

Alles weitere findet man hier:

Start!

 

 

Lights, Camera… Reviews!

Seit dem Start dieser Seite vor ein paar Tagen war die häufigste Kritik, dass die (bisher nur wenigen) Texte ja ganz nett sind, aber sich niemand wirklich vorstellen konnte, was es denn so alles an unterschiedlichen E-Zigaretten gibt – mal abgesehen von den einfachen Fertig-Geräten, die man überall schon mal gesehen hat. Heute ist endlich meine Lightbox angekommen, mit der ich hoffentlich ein paar brauchbare Fotos hinbekomme, ohne das mein unaufgeräumter Schreibtisch die ganze Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Und bevor sich wieder irgendwer beschwert, dass das jetzt doch wieder nur Text war, so können die aussehen:

In Kürze werde ich dann auch mal mit den Reviews anfangen… falls ich nicht zu viel Spass mit der Lightbox haben sollte.

Nichtraucher

Es war an einem Freitag vor fast genau 5 Monaten, als im Newsfeed irgendeiner Tech-Site ein ganz besonderes Video auftauchte. Ein ganz besonderes Video, aber nicht nur weil Jenny McCarthy dort auftritt. Ja, sie ist mittlerweile 41 Jahre alt und da ist auch ihr “Impfungen verursachen Autismus” Geschwurbel, aber das würde mich trotzdem niemals davon abhalten mir ein Video mit ihr anzuschauen – selbst wenn sie komplett angezogen bleibt. Das es ein ganz besonders besonderes Video werden würde, wusste ich zu dem Zeitpunkt auch noch nicht… aber schauen wir es uns noch mal an:

Wie schon angekündigt: Jenny McCarthy. Reicht ja eigentlich als Rechtfertigung. Irgendwann bemerkte ich dann auch, dass sie da wohl für irgendwas Werbung macht, was raucht und blinkt. Wird ja immer besser, was will Mann mehr? USB-Anschluss, das will Mann mehr. Und das wusste der Hersteller wohl auch, deswegen hat das Ding einen. Dann war das Video zuende, und normalerweise hätte ich dann jetzt wohl noch – der Guten, Alten Zeiten™ wegen – nach mehr Jenny (Playmate des Jahres 1994) McCarthy Videos gegoogelt, aber irgendwie hatte mich diese Elektrische Zigarette doch neugierig gemacht. So ein bißchen hat man Jenny (Centerfold Oktober 1993) ihre 41 Jahre ja doch angesehen.

Wie sich herausstellte war grade dieses Modell, von denen bestimmt jede Einzelne von Jennys höchstpersönlich mit ihren Lippen auf Funktion überprüft und damit unbezahlbar veredelt wird, ausserhalb der USA nicht zu bekommen. Also hab ich mich mal umgeschaut, was es denn sonst noch so auf dem (europäischen) Markt gibt… und damit war ich dann erstmal den ganzen Tag beschäftigt. Was es da nicht alles gibt! Leider nichts anderes mit Jenny, aber dafür auch ganz viele andere interessante Sachen. Und teuer! Oder billig. Also nicht preiswert, sondern wirklich billig. Naja, Wissensdurst gestillt, das normale Leben kann weitergehen.

Der Tag danach

Fast Forward zu Samstag Morgen: Nach einer langen und unanständigen Nacht mit Kater und rauhem Hals aufgewacht, zu viel getrunken, zu viel geraucht.

Verdammtes Rauchen. Aufhören wäre eine gute Idee. Aber erstmal eine Rauchen…
… nope, lieber keine Rauchen, zumindest nicht zuende. Aufhören wäre wirklich eine sehr gute Idee. Oder zumindest irgendeine Alternative finden.

Und dann fiel mir das ganze Googlen, Recherchieren und Lesen vom Vortag wieder ein: Ich probiere das mit den E-Zigaretten einfach mal aus.

Mit gefährlichen Halbwissen bewaffnet also jetzt mal konkret nach einem Gerät für mich schauen. So ganz oberflächlich betrachtet, und die üblichen Wegwerf-Dinger von der Tankstelle mal Außen vor gelassen, schien die Joyetech 510-T ein sehr beliebtes Gerät zu sein, denn irgendwie las ich auf jeder Seite zu E-Zigaretten immer irgendwas mit irgenwo “510” drauf oder dran. Auf der Seite von Joyetech sah ich dann aber, dass dieses Gerät schon etwas betagter ist, und von einer guten Handvoll besserer Nachfolger abgelöst wurde: die eGo Serie. Da wurde dann auch viel Recherche betrieben, weil auch bei jeder Besitzer einer eGo immer behauptete, dass diese die beste E-Zigarette sei, die man bekommen kann.

Kurze Zusammenfassung: Zuerst kam die 510, dann die große Schwester eGo, gefolgt von der eGo-T mit Tank-System, und schließlich die 510-T und die eGo-C mit wechselbarem Verdampfer-Kopf. Das sagte mir damals alles noch nicht so viel, ausser dass der Markt sich wohl momentan rapide entwickelt, und jedes “Beste E-Zigarette” Fazit aller Reviews eines bestimmten Geräts nur so lange gelten dürfte, bis der Nachfolger auf den Markt kommt. Durchaus vergleichbar mit der Situation bei Smartphones, allerdings nicht im 1-Jahr-Rhytmus, sondern innerhalb weniger Monate.

Die logische Schlussfolgerung war also, dass Joyetech schon mal keinen Schrott herstellt, sondern sich immer wieder selber übertrifft, und ich mir einfach das neueste von denen kaufen sollte. Das damals, also vor knapp 5 Monaten, aktuellste Gerät in der Klasse war die eCab. Mittlerweile ist diese auch schon von 2 neueren Geräten (eGo-CC und eCom) überholt worden, aber zumindest zu diesem Zeitpunkt waren sich die meisten YouTube-Videos und Vaping-Blogs – wie immer – darüber einig, dass die eCab das momentan Beste wäre, was man als Einsteiger kriegen könnte. Die Betonung auf “Einsteiger” war mir wichtig, denn ich wollte mich nur ungern mit Kurzschlüssen, Batteriexplosionen, verbranntem Geschmack oder umständlichem Selber-Wickeln beschäftigen – ich wollte einfach nur eine gute E-Zigarette ausprobieren. Jetzt, sofort.

Bevor ich also überhaupt meine erste E-Zigarette in der Hand hatte, befiel mich schon die Geißel eines jeden Vapers: der HWV (Haben Wollen Virus). Den Begriff kannte ich zu der Zeit noch nicht, aber er sollte mir in der nächsten Zeit noch öfters begegnen – und jetzt wo ich ihn kenne, ist die Diagnose aufgrund der Symptome wirklich zutreffend.

Irgendwas ist ja immer…

Es war also Samstag Nachmittag, eine Bestellung per Amazon Prime wäre nicht mehr am selben Tag angekommen. Also rumgegoogelt und alle auch nur entfernt thematisch passenden Geschäfte angerufen, in der Hoffnung irgendwo in Berlin (notfalls auch ausserhalb) eine eCab zu bekommen – aber leider erfolglos. Ein Shop im Prenzlauer Berg (highendsmoke.berlin) meinte aber, dass ich als Anfänger doch einfach mal vorbeikommen solle, vielleicht würde man ja etwas anderes, besseres finden. Moment, “besseres”? Klar, irgendwas “besseres” gibt’s immer, aber auch schon für Einsteiger? Da mir nicht viele Optionen offen blieben, bin ich einfach mal dort hin gefahren, um mir so eine vermeintliche Drogenhöhle voller Ex-Raucher auf Entzug mal anzuschauen. Dachte ich. Vielleicht auch nicht. Weiß ich nicht mehr. Aber hingefahren bin ich.

Ein kleiner Laden hinter einer großen Glasfront, und auch innen drin Vitrinen und Tresen aus Glas, selbst der große Tisch in der Mitte des Raums aus Glas. Und an diesem Tisch, der quasi das zentrale Element des Ladens war, eine gute Handvoll von wickelnden und fachsimpelnden und dampfenden Enthusiasten. Normalerweise bin ich es ja, der mit Fachausdrücken und für Andere unverständlichem Kauderwelsch um sich wirft, aber in dem Moment kam ich mir wohl so vor wie die Leute, denen ich was von meinem Job und/oder (die Grenzen sind fließend) Hobbies erzähle.

Trotz der ganzen #neuland-Thematik wurde ich aber relativ schnell davon überzeugt, dass die ganze 510/eGo Familie zwar nett ist, so als Notfall-Nuckel oder für Wenig-Raucher (zu denen ich mit >1 Packung Zigaretten am Tag wohl nicht zählte), aber ich eigentlich doch eher ein Gerät haben will, dass ich auch über den Arbeitstag bringt. Also eins mit einem großen Akku, und dazu einem Verdampfer, der auch mehr als nur 1 Milliliter Liquid fasst. Da ich bis dahin keine Ahnung von den üblichen Verbrauchsmengen hatte (grob gesagt mal gut 3ml/Tag einplanen), und sowieso nicht wusste wie lange so ein Akku den hält (ein 18650 auch so einen Tag), klang das alles ziemlich plausibel.

Um’s abzukürzen: der Plan mit der eCab wurde verworfen, stattdessen wurde es eine eVic. Das ist schon mal eine ganze andere Größenordnung (nicht nur vom Format her, auch preislich), aber dafür bekommt man auch einiges mehr. Ich rede jetzt nicht nur von so lustigen Spielereien wie einem graphischen Display, dass einem die Anzahl der Züge, die Zuglänge, Akkustand, Datum, Uhrzeit, Spannung, Stromstärke und Widerstand des Verdampfers anzeigt, sondern vor allem Leistung. Keine 20 Watt, wie es sie immer häufiger gibt (dazu ein anderes Mal mehr), aber immerhin bis zu 11 Watt, und damit hat man schon viel mehr Spielraum zum Ausprobieren als mit einem nicht-regelbaren Komplettsystem wie der eCab/eGo/etc. Naja, und den MicroUSB-Anschluss kann man nicht nur zum Aufladen verwenden, sondern auch mit einer Software zur Übertragung von Nutzungs-Statistiken (ja, hab ich 2-3 Mal gemacht, aber war ich auch ganz schnell von weg).

Apropos Komplettsystem, die eVic war ja nur die erste Hälfte, der Akkuträger, das “Mod“. Irgendwo muss der Dampf ja herkommen, und das sollte besser nicht vom Akku sein.

Als guter Einsteiger-Verdampfer (“Atomizer”) wurde mir der Kanger ProTank II empfohlen. Ausreichend Fassungsvermögen, einfach zu wechselnde Verdampfer-Köpfe, und einen Tankbehälter aus Pyrex-Glas, welches von aggressiven Liquids (Menthol) nicht milchig wird oder Risse bekommt. Sieht zwar etwas medizinisch/steampunkig aus, aber auch mehr nach serious business als die Zigarettenspitzen, die ich mir kurz vorher noch zulegen wollte.

Hardware komplett, fehlte nur noch die Software. Oder Wetware… das Liquid eben. Im Laden gab es eine gut sortierte Auswahl von frisch über fruchtig und süß zu… Tabak. Als “Heute-morgen-noch-Raucher” war das natürlich meine erste Wahl, aber um’s direkt vorweg zu nehmen: Braucht kein Mensch. Es schmeckt tatsächlich nach Tabak, aber eben nicht nach Zigarette. Ich hab davon nur ein paar Tropfen gedampft, und das Zeug seit dem nie wieder angerührt. Ganz anders war das allerdings mit Banane und RedBull. Ja, RedBull. Es wird verständlicherweise nicht unter dem Namen verkauft, aber wenn dort “Energy Drink” drauf steht, und vor allem wenn man daran riecht, weiß man, dass es ganz klar RedBull sein soll. Das Zeug hat mich lange Zeit begleitet, und ich hab es mir oft nachbestellt. Mittlerweile bin ich kein großer Fan mehr davon, aber das gilt wahrscheinlich für so ziemlich alle Liquids, die ich anfangs probiert und konsumiert habe. Auch dazu ein anderes Mal mehr.

Eigentlich wäre das jetzt ja alles gewesen was man so gebraucht hätte, aber es wurde mir auch noch ans Herz gelegt, mir ein Backup zuzulegen. Da freut sich natürlich der Geschäftsmann, aber ich weiß aus eigener Erfahrung auf anderen Gebieten, dass man es ernst nehmen sollten, wenn einem so etwas empfohlen wird. Mein Backup wurde die Joyetech eRoll, oder eher die eRolls, denn wenn man sich für <1€ noch eine kleine Verdampfer-Kopf-Hülse dazu kauft, hat man zwei voll funktionsfähige, da ein zweiter Akku, ein zweiter Tank und ein zweiter Verdampfer-Kopf mitgeliefert werden. So kann man eine dampfen, während die andere lädt. Dummerweise kann man den zweiten Akku im dem iPhone-lookalike Ladegerät nämlich nicht einfach so laden, sondern nur wenn es die komplette E-Zigarette ist. Warum der Pfennigartikel dafür nicht direkt mitgeliefert wird, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Bei dem Preis des Ersatzteils vor allem nicht mal wirtschaftlich.

Jetzt war aber wirklich alles komplett, und bei der Abrechnung hatte sich dann doch etwas mehr angesammelt als eigentlich geplant, aber dafür hatte ich eine gute, sinnvolle Beratung und eine anständige Ausrüstung erhalten. Zuhause alles ausgepackt und losgelegt, Akkus geladen, Tanks befüllt… Firmware geupdated (jahaaa!)… und gedampft. Dummerweise als erstes natürlich das Tabak-Liquid, das hat mir geschmacklich direkt mal einen sehr negativen Eindruck von der ganzen Geschichte beschert, aber nachdem ich den Tank ausgekippt, ausgewaschen und mit Bananen-Liquid befüllt hatte, sah das schon ganz anders aus.

Zwischenstand

Und so ging das die nächsten Wochen weiter. Neue Geschmacksrichtungen besorgt, die richtigen Kniffe erlernt damit der ProTank weder zu wenig Luft, noch zu wenig Liquid bekommt, und überhaupt sehr viel zu der ganzen Funktionsweise durch einfach-mal-machen erfahren. Zuhause, im Auto und auf der Arbeit nur noch gedampft, aber auf Parties oder in Bars trotzdem weiterhin normale Zigaretten (Pyros, Analoge) geraucht. In meinem Handschuhfach sammelten sich die halb- bis fast-vollen Zigaretten-Packungen. Das ging die ersten 2 Monate so, bis ich mir mein erstes “schickes” mechanisches Mod und einen anständigen Selbstwickel-Verdampfer (SWVD oder RBA, Rebuildable Atomizer) gekauft habe. Das Setup war eine ganz andere Welt, das war plötzlich richtiges Dampfen. Damit konnte man sich auch unter Menschen wagen, die einen nicht wegen dem komischen Lichtschwert mit den dünnen Wölkchen, die dort rauskamen, müde belächelten. Nach ein paar Tagen der Eingewöhnung und des Rumprobierens, wie und womit man die beste Wicklung macht (Micro Coil mit Cotton Wick!), bin ich damit dann eines Abends auch Das Erste Mal™ abends in einen Club, um zu schauen wie gut man mit Dampfen alleine überleben kann.

Seitdem bin ich Nichtraucher.