Start!

Wer vor ein paar Jahren, oder auch nur ein paar Monaten, mal eine eZigarette ausprobieren wollte, der hat wahrscheinlich für ein paar Euro zu einem einfachen vorbefüllten Wegwerf-Modell oder einer eGo (oder ihren unter anderen Namen verkauften Schwestern) gegriffen. Kann man machen, überzeugt aber nur die Wenigsten – zumindest wenn sie starke Raucher sind und ähnliche Ansprüche an das Rauchverhalten einer eZigarette haben.

Da ich mir mit dieser Seite so ein bißchen auch die Ratgeber-Rolle aufgehalst habe und immer mehr Leute mich fragen, womit sie denn einen anständigen Start hinlegen können, werde ich hier zwei verhältnismäßig preisgünstige Ausrüstungen für Anfänger beschreiben.

Warum zwei verschiedene Ausrüstungen? Weil es zwei Arten von Anfängern gibt: Die einen wollen das mit den eZigaretten einfach mal ausprobieren oder sie als Alternative zum normalen Rauchen nutzen (z.B. zu Hause, im Büro oder am Flughafen), die anderen wollen versuchen mit dem Rauchen aufzuhören und komplett auf eZigaretten umzusteigen.

Die schlechte Nachricht: Ich selber besitze nichts von diesen Geräten (abgesehen von Akkus und Liquids), da ich direkt etwas höher eingestiegen bin.

Die gute Nachricht: Diese Geräte habe ich vorher schon anderen Anfängern empfohlen, und bisher sind keine negativen Rückmeldungen gekommen.

Natürlich wird es auch Leute geben, die mit der einfachen Ausrüstung vollkommen zufrieden sind und komplett mit dem Rauchen aufhören, aber der Einfachheit halber teile ich die Zielgruppen mal mit folgender Frage auf:

 

Was ist dein Grund für eine eZigarette?

Ich will Vapen und Rauchen vs. Ich will mit dem Rauchen aufhören

 

 Die ganz Harten können sich auch mal hier umschauen: Going Pro

 

 

Vapen und Rauchen

Du hast vielleicht schonmal an einer eZigarette gezogen und es interessant gefunden, oder willst einfach den Sprung ins kalte Wasser wagen und dir selber eine zulegen, aber trotzdem erstmal beim Rauchen bleiben? Dann reicht dir wahrscheinlich etwas mit einem verhältnismäßig kleinen Tank (1ml) und zwar schwachen, aber zumindest einfach wechselbaren Akku: die Joyetech eCab.

eCab_box

Wenn du dir die eCab zulegst, hast du eigentlich schon alles was du brauchst um mit Vapen anzufangen. Das einzige was dir noch fehlt ist Liquid – also das, was den Dampf macht.

Die eCab sieht so aus, wie man es von den meisten eZigaretten gewohnt ist: ungefähr wie ein dicker Kugelschreiber oder Filzstift, jedenfalls nicht besonders auffällig und leicht zu transportieren/verstecken. Grob gesagt besteht sie aus drei aufeinander abgestimmten Teilen: dem Akku, dem Verdampfer-Kopf und dem Tank-Mundstück. Das gibt’s nicht viele Einstellungsmöglichkeiten (genauer gesagt: gar keine), aber man kann auch nicht viel falsch/kaputt machen.

Der einzige “Nachteil” der eCab sind die relativ teuren Ersatz-Verdampfer-Köpfe. Ein Kopf hält je nach Nutzung zwischen 1 Woche und 1 Monat (Abweichungen gibt’s immer), und dann wird der Dampf auf einmal immer weniger, also muss der Kopf getauscht werden. Ist kein Aufwand und schnell gemacht, aber 5 Köpfe kosten knapp 20€. Das ist jetzt nicht die Welt, aber einer der Gründe, warum ich die eCab nicht für schwere Dauer-Vaper empfehlen würde – abgesehen von der Tank- und Akku-Größe. Aber da du ja nur was für nebenher oder zum ausprobieren suchst, sollte dich das nicht vom Kauf abhalten, denn es werden ja zwei mitgeliefert.

Alle austauschbaren Teile sind sowieso doppelt dabei: 2 Akkus, 2 Verdampfer-Köpfe, 2 Tank-Mundstücke. Man braucht wirklich ausser Liquid nichts anderes mehr.

Einkaufsliste:

Optional:

Wer sich das Ding mal in Benutzung ansehen möchte, hier ein Video dazu:

 

 

 

 

Rauchen aufhören

Du bist Raucher, ziehst auch schon mal eine ganze Packung am Tag weg, von Parties und Bar-Touren mal ganz abgesehen, und überlegst ernsthaft mit dem Rauchen aufzuhören? Dann brauchst du etwas mit einem größeren Tank und einem stärkeren Akku. Einen kleinen Tank kann man zwar leicht nachfüllen, aber das will man auch nicht jede Stunde machen müssen, und leere Akkus lassen sich auch gegen volle wechseln, aber wer will schon 5 Akkus mit sich rumschleppen oder gar nur einen Zweitakku und dann immer auch das Ladegerät? Ne, will man nicht. Also was vernünftiges, dass einen auch so durch den Tag bringt.

Die zwei wichtigsten Teile wären der Akkuträger (Mod) und der Verdampfer (Atomizer). In den Akkuträger sollte ein 18650 Akku passen, der hält sogar bei mir einen Arbeitstag durch, aber auch mit einem 18350 Akku benutzbar sein, falls man es mal etwas handlicher haben will. (Kurze Erklärung: 18650 = 18 Millimeter Durchmesser und 6,5 Zentimeter Länge. Die heißen alle irgendwie so, dementsprechend hat der 18350 nur eine Länge von 3,5 Zentimetern – und davon nehme ich dann auch immer lieber einen Zweiten mit). Der Verdampfer sollte natürlich immer so viel Liquid wie möglich fassen, aber für den Anfang reicht irgendwas um die 3 Milliliter, man kann ja notfalls einfach nachfüllen.

Vamo v5Meine Empfehlung für einen Akkuträger wäre momentan der Vamo v5. Da bekommt man für relativ wenig Geld ein Gerät mit Display (“Mit wieviel Watt vape ich grade?”), Variabler Wattzahl (wichtig!) und einfacher Bedienung. Keine umständlichen Klick-Orgien weil er nur eine Taste hat, kein unpräsizer Drehring der immer irgendwas macht, nur nie das was man will, sondern einfach 3 Tasten. Natürlich gibt’s auch bessere und viel teuerere Akkuträger, aber genauso gibt’s auch schlechtere und viel teuerere. Für den Einstieg ist der also ideal.

Man kann sowohl 18650 als auch 18350 Akkus damit verwenden, indem man einfach die Verlängerungshülse an- bzw. abschraubt. Für unterwegs einen 18650 rein, und für Notfälle noch einen 18350 in die Hosentasche, dann ist man auf der sicheren Seite. Es gibt natürlich auch noch Vorgänger der v5, allerdings sind da nur die v3 und v4 erwähnenswert: die v3 mit ihren komischen Verschnörkelungen ist hässlich, und bei der der v4 lässt sich oben der Ring um das Gewinde für den Verdampfer nicht abschrauben. Notfalls kann man also noch die v3 nehmen und 10€ sparen, aber das bezahlt man dann mit der komischen Optik. Ich würde direkt die v5 nehmen. Gibt’s übrigens in verschiedenen Farben und Finishes, aber in leicht gebürstetem Edelstahl (siehe rechts) passt er wohl zu den meisten Verdampfern – und das sollte man im Hinterkopf behalten, denn wahrscheinlich jeder hat früher oder später eine kleine Sammlung davon.

Abschließend: Ja, natürlich wird man mit dem Ding auch immer Sprüche über die Ähnlichkeit mit einem Lichtschwert/Dildo/Schallschraubenzieher hören, aber das ist bei anderen Akkuträgern auch der Fall. Gewöhn dich schon mal dran, das hört nie auf. Nie.

Wer jetzt beim Stöbern auf Amazon oder bei diversen Vaping-Shops einen anderen Akkuträger findet, der ihm besser gefällt, der soll sich den ruhig zulegen – aber das wichtigste ist, dass du dir ein Gerät mit Variabler Wattzahl kaufst. Für den Anfang ist auch ein Display sehr hilfreich, und dann am Besten auch eins, dass nicht nur 3 Zeichen ausgibt, sondern auch etwas sinnvolles und leicht verständliches. Und möglichst sowohl 18650 als auch 18350 Akkus. Das nur noch mal zur Zusammenfassung, weiter geht’s!

Kanger AerotankAls Verdampfer rate ich zum Kanger Aerotank. Der hat eine längere Liste an Vorfahren, von denen ich selber auch zwei in Benutzung habe, und aufgrund meiner Erfahrung mit diesen und dem positiven Feedback zum Aerotank wüsste ich grade nichts einfacheres und zuverlässigeres.

Im Vergleich zu Verdampfern für die großen Jungs arbeitet der Aerotank auch wie die eCab (siehe oben) mit auswechselbaren Verdampfer-Köpfen anstatt mit selbstgewickelten Heizwendeln, was ihn auch für Anfänger sehr leicht in Schuss zu halten macht. Der Vorteil hier ist allerdings, dass die Verdampfer-Köpfe nicht nur viel billiger sind, sondern dass man diese auch selber wickeln kann(!). Vielleicht weil die Ersatzköpfe noch in der Post hängen, oder einfach eben weil man’s kann. Ein anderer Vorteil im Vergleich zu vielen anderen Einsteiger-Tanks ist, dass der Aerotank eine einstellbare Luftzufuhr hat. Sagt dir jetzt vielleicht nicht viel, aber spiel mal damit rum. Glaub mir, ich wäre sehr glücklich darüber gewesen, wenn das mein alter Protank schon gehabt hätte.

Um ihn zu befüllen muss man den Aerotank unten aufschrauben, was nicht so praktisch ist wie die Befüllung von oben, wie z.B. beim Unitank, aber dafür kommt man dann so auch an den Verdampfer-Kopf ohne den ganzen Tank leer machen zu müssen. Auch das sei nur so für später erwähnt, ist jetzt erstmal egal. Kauf dir einfach das Ding, denn besser wird’s in dem Preissegment wohl momentan nicht. Ein Warnhinweis: Das Tankglas ist richtiges Glas, kein Plastik. Es ist zwar aus Pyrex, also nicht überempfindlich, aber trotzdem sollte man aufpassen wo man mit seiner eZigarette rumfuchtelt (bzw. fallen lässt), denn wie jedes Glas bricht auch Pyrex irgendwann. Der große Vorteil von Pyrex ist jedoch, dass auch aggresive Liquids mit Menthol es nicht angreifen, was bei Plastiktanks oft der Fall ist.

Damit wären die zwei grundlegenden Anschaffungen geklärt, jetzt kommen wir zur wichtigsten: Akkus. Ordentliche Akkus sind nicht nur das wichtigste, damit man auch über einen längeren Zeitraum vapen kann, sondern vor Allem damit man am Leben bleibt. Deswegen vorneweg: Kauf dir keine beschissenen Billig-Akkus. Wenn dir so einer wegen einem Kurzschluss um die Ohren fliegt, dann hast du im besten Fall nur eine nette Rohrbombe irgendwo rumliegen gehabt, aber im schlimmsten Fall hast du diese Rohrbombe grade im Mund stecken. Die Vamo v5 hat zwar einen eingebauten Schutz, aber vielleicht willst du die Akkus ja eines Tages auch in irgendeinem anderen Akkuträger verwenden und hast schon längst vergessen, dass du damals zu geizig warst ein paar Euro mehr für ordentliche Akkus auszugeben.

Schnapp dir einen Doppelpack Panasonic NCR18650B, die haben Mehr als genug Entladestrom für den Aerotank und massig Kapazität (3400 mAh) für einen ganzen Tag. Dazu noch einen Doppelpack Efest 18350 IMR, wenn du es etwas handlicher magst. Du kannst dir auch nur einen der beiden Akku-Typen kaufen, aber zumindest solltest du 2 Akkus haben, mehr ist immer besser. Vertrau mir.

Damit hätten wir fast alles, aber wahrscheinlich brauchst du noch ein Ladegerät. Nein, dein normales für AA/AAA-Akkus wird weder passen noch funktionieren, und überhaupt ist das keine gute Idee. Ich benutze das Nitecore NC-i2 und bin zufrieden damit. Gibt’s auch für 4 Akkus (NC-i4), aber so schnell kann ich auch nicht vapen, dass ich das wirklich brauchen würde.

Das wär’s. Liquid brauchst du natürlich auch noch, aber das ist ein ganz anderes Thema…

Einkaufsliste

Ja, das sind zwar zusammen 100-130€, aber auch grade mal so viel wie zwei Stangen Zigaretten, und die holt man schnell wieder raus.

Optional

Video zur Vamo

Video zum Kanger Aerotank

4 thoughts on “Start!

  1. Pingback: Was kaufe ich mir als Anfänger? | vaped.tv

  2. Erfrischend geschrieben, Kompliment.
    Wer wirklich umsteigen will sollte sich mal die Startersets von Kangertech emow anschauen. Köpfe halten etwa 3-5 Wochen, kosten 5 Stück um die 10 €. Super Dampfverhalten, absolut dicht, taschentauglich.
    Zwei Sets, 2 Liquids etwas über 100 €.
    Ich hab im Mai 2013 auch mit Evods angefangen. Am ersten Tag von ca. 60 Zigaretten auf 10-15 runter. Nach 14 Tagen runter auf 0.
    Zwischendurch 3x einen leichten Rückfall (3-4 Zigaretten bei Feiern), bin aber seit Dezember 2013 rauchfrei. Ich wickel und mische selber und dampfen lohnt sich. Nicht nur finanziell (noch ca. 10 € IM Monat), sondern auch gesundheitlich.

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